Wirtschaftliche Verwendung
In der Antike

Die nachweisliche Verwendung des Solnhofener Schiefers reicht zurück bis in die Römerzeit. So wurde z.B. in den Weissenburger Thermen (Bild links) dieser Schiefer als Boden und Wandbelag benutzt, heute noch sichtbar in der ausgegrabenen Anlage.
Im Mittelalter wurde das Schiefergestein in der Region als billiges Baumaterial genutzt, hervorzuheben ist die Benutzung des Schiefers als Material zur Herstellung von Dachziegel. Die so genannten Legschieferdächer (siehe Bild unten), die früher in der Region sehr häufig anzutreffen waren sieht man allerdings heute nur noch ganz selten, und wenn dann meist an alten Ställen, Scheunen oder Häusern.
In der Neuzeit

Später wurden die Platten in alle Welt verschifft, hauptsächlich als Bodenbelag. So finden sich in Schloss- und Kirchenbauten häufig Solnhofener Platten als Fussböden. Auch wurde der Stein sehr oft für die künstlerische Verwendung als Reliefstein oder Gedenkplatten benutzt. Eine weitere wirtschaftliche Verwendung kam durch den Steindruck hinzu. Es war im Jahre 1798/99, als Alois Senefelder durch seine Erfindung der Lithographie (Steindruck) der Wirtschaft um den Solnhofener Schiefer als optimalen Druckstein einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung ermöglichte.
Die Lithographie basiert auf der Grundlage das Fett und Wasser sich abstoßen. Ein Motiv, oder Text, wird dabei auf den geschliffenen Stein mit Fetttusche aufgebracht (natürlich spiegelverkehrt). Nun wird der restliche Stein mit Wasser eingestrichen, wobei das Wasser vom Stein aufgesogen wird, von der Fetttusche allerdings abgestoßen wird. Kommt nun die Fetthaltige Druckerschwärze auf den Stein, ist genau die gegensätzliche Reaktion der Fall. Von dem mit Fetttusche aufgebrachten Motiv wird diese angenommen, vom restlichen feuchten Stein allerdings abgestoßen.

Mit dieser Methode konnte man damals relativ günstig viele Schriften, oder aber auch Künstlerische Darstellungen vervielfältigen. Nach und nach wurde diese Methode perfektioniert, so dass sogar mehrfarbige Drucke möglich waren. Bild einer Druckpresse links.
Dies brachte, wie schon erwähnt, dem Steinabbau einen gewaltigen Aufschwung. Allerdings spielt die Lithographie heute keinerlei nennenswerte wirtschaftliche Rolle mehr, da andere Verfahren den Steindruck längst abgelöst haben. Künstlerisch wird aber die Lithographie auch heute noch genutzt.
Heutzutage
Man begann den Solnhofener Stein als Fliesen, Fensterbänke und Bodenbeläge zu bewerben, wohl auch um die Einbussen der nicht mehr erträglichen Lithografiestein Gewinnung zu kompensieren. Bis vor wenigen Jahren war dies der Haupteinnahmezweig der in der Region ansässigen Natursteinfirmen. Bedingt duch billige Imitate oder generell günstigere Fließen aus dem Ausland ist der Abbau mittlerweile fast zum erliegen gekommen. Natürlich wird neben dem Solnhofener Stein auch mit anderen Natursteinen gehandelt um dies zu kompensieren.

Platten zum Abtransport bereitgestellt
Neben diesem Wirtschaftszweig wird der Abraum des Plattenkalkes auch noch dem zweiten Wirtschaftzweig zugeführt - der Zementherstellung. Der Plattenkalt wird gebrannt und danach zu Baumaterialien wie eben Zement weiterverarbeitet.

Betonwerk auf dem Maxberg bei Solnhofen
Wenn man sich die Menge des abgebauten Materials ansieht wird einem klar dass Fossilien nur ein - wenn auch von der Forschung und den Sammlern erwünschtes - Nebenprodukt sind. Da diese relativ selten vorkommen wäre ein Steinbruchbetrieb, der nur auf Fossilien aus ist, natürlich nicht wirtschaftlich. Die Menge der gefundenen Fossilien mag einem groß vorkommen, aber dies ist nur zurückzuführen auf die industrielle Abbautätigkeit.