Der Solnhofener Plattenkalk und seine Fossilien

 

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Der Solnhofener Plattenkalk und seine Fossilien
Wirtschaftliche Verwendung



Die nachweisliche Verwendung des Solnhofener Schiefers reicht zurück bis in die Römerzeit. So wurde z.B. in den Weissenburger Thermen dieser Schiefer als Boden und Wandbelag benutzt, heute noch sichtbar in der ausgegrabenen Anlage.

Solnhofener Schiefer in der Weissenburger Therme - Bild © M.Sauter
Solnhofener Schiefer in der Weissenburger Therme

Im Mittelalter wurde das Schiefergestein in der Region als billiges Baumaterial genutzt, hervorzuheben ist die Benutzung des Schiefers als Material zur Herstellung von Dachziegel. Die so genannten Legschieferdächer, die früher in der Region sehr häufig anzutreffen waren sieht man allerdings heute nur noch ganz selten, und wenn dann meist an alten Ställen, Scheunen oder Häusern.

Brechen der Dachziegel - Zeitgenössische Abbildung um 1899
Brechen der Dachziegel
Zeitgenössische Abbildung um 1899

Legschieferdach - Bild © M.Sauter
Legschieferdach

Später wurden die Platten in alle Welt verschifft, hauptsächlich als Bodenbelag. So finden sich in Schloss- und Kirchenbauten häufig Solnhofener Platten als Fussböden. Auch wurde der Stein sehr oft für die künstlerische Verwendung als Reliefstein oder Gedenkplatten benutzt. Eine weitere wirtschaftliche Verwendung kam durch den Steindruck hinzu. Es war im Jahre 1798/99, als Alois Senefelder durch seine Erfindung der Lithographie (Steindruck) der Wirtschaft um den Solnhofener Schiefer als optimalen Druckstein einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung ermöglichte.

Die Lithographie basiert auf der Grundlage das Fett und Wasser sich abstoßen. Ein Motiv, oder Text, wird dabei auf den geschliffenen Stein mit Fetttusche aufgebracht (natürlich spiegelverkehrt). Nun wird der restliche Stein mit Wasser eingestrichen, wobei das Wasser vom Stein aufgesogen wird, von der Fetttusche allerdings abgestoßen wird. Kommt nun die Fetthaltige Druckerschwärze auf den Stein, ist genau die gegensätzliche Reaktion der Fall. Von dem mit Fetttusche aufgebrachten Motiv wird diese angenommen, vom restlichen feuchten Stein allerdings abgestoßen.

Alois Senefelder
Alois Senefelder

Steindruck Presse
Steindruck Presse

Mit dieser Methode konnte man damals relativ günstig viele Schriften, oder aber auch Künstlerische Darstellungen vervielfältigen. Nach und nach wurde diese Methode perfektioniert, so dass sogar mehrfarbige Drucke möglich waren.

Dies brachte, wie schon erwähnt, dem Steinabbau einen gewaltigen Aufschwung. Allerdings spielt die Lithographie heute keinerlei nennenswerte wirtschaftliche Rolle mehr, da andere Verfahren den Steindruck längst abgelöst haben. Künstlerisch wird aber die Lithographie auch heute noch genutzt.

Man begann den Solnhofener Stein als Fliesen, Fensterbänke und Bodenbeläge zu bewerben, wohl auch um die Einbussen der nicht mehr erträglichen Lithografiestein Gewinnung zu kompensieren. Heutzutage ist dies der Haupteinnahmezweig der in der Region ansässigen Natursteinfirmen. Natürlich wird neben dem Solnhofener Stein auch mit anderen Natursteinen gehandelt. Diese Fliesen und Bodenbeläge gibt es in verschiedenster Ausführung, von naturbelassen bis geschliffen und formatiert.

Solnhofener Platten zum Abtransport bereitgestellt - Bild © M.Sauter
Solnhofener Platten zum Abtransport bereitgestellt

Neben diesem Wirtschaftszweig wird der Abraum des Plattenkalkes auch noch dem zweiten Wirtschaftzweig zugeführt - der Zementherstellung. Der Plattenkalt wird gebrannt und danach zu Baumaterialien wie eben Zement weiterverarbeitet.

Zementherstellung bei Solnhofen - Bild © M.Sauter
Zementherstellung auf dem Maxberg bei Solnhofen

Wenn man sich die Menge des abgebauten Materials ansieht wird einem klar dass Fossilien nur ein - wenn auch von der Forschung und den Sammlern erwünschtes - Nebenprodukt sind. Da diese relativ selten vorkommen wäre ein Steinbruchbetrieb, der nur auf Fossilien aus ist, natürlich nicht wirtschaftlich. Die Menge der gefundenen Fossilien mag einem groß vorkommen, aber dies ist nur zurückzuführen auf die industrielle Abbautätigkeit.

Steinbruch auf dem Hummelberg bei Mörnsheim - Bild © M.Sauter
Steinbruch auf dem Hummelberg bei Mörnsheim


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